Canyons soweit das Auge reicht

Mehr oder weniger geflasht von Las Vegas machen wir uns auf zu den Canyons in Arizona und Utah.

Unsere Fahrt führt uns Richtung Osten zu Lake Mead, der See dient hauptsächlich als Erholungsgebiet für Las Vegas und ist ganz auf Wassersport ausgelegt, der hier zu Mondpreisen angeboten wird. Ansonsten hat der See und die umgebende Landschaft recht wenig zu bieten, ok es ist ein See in der Wüste das wars dann auch schon und wir fahren weiter Richtung Osten. Auch den nun folgenden Hoover Staudamm lassen wir aus, da der Eintritt auch teuer bezahlt werden muss und wir nicht 30$/Person für einen Staudamm ausgeben wollen.

 

Zion (Südwest-Utah): Als wir in Zion ankommen starten wir, wie so oft, im National Park Visitor Center und lassen uns zu möglichen Wanderungen und Aktivitäten im Park beraten, bevor wir Sprindale erkunden und uns einen Schlaf(Park)platz suchen was sich in diesem kleinen Ort als recht schwierig rausstellt, denn überall ist Overnight Parking verboten und die Polizei patrouilliert wie wild damit man auch bloß ein Hotel bucht, anstatt sich irgendwo hin zu stellen.

Nach einer sehr sehr kalten Nacht (-3°C) starten wir bereits um halb 7, um das erste National Park Shuttle (Zion ist autofrei, etwas was Yosemite auch gut stehen würde) zu bekommen damit wir unsere Wanderung zum Angels Landing früh starten und das Tal bei Sonnenaufgang sehen können. Leider fahren die Shuttles in der Nebensaison nur von bestimmten Punkten und wir verpassen das erste Shuttle natürlich, weil wir am falschen Platz warten. Trotzdem schaffen wir es um kurz nach sieben zu unserer Wanderung aufzubrechen. Das Tal liegt noch im Schatten und wenn alles glatt läuft schaffen wir es zum Sonnenaufgang auf die Felsnadel (Angels Landing).

Es ist wirklich kalt aber uns wird schnell warm bei der Steigung und als wir den Pass sehen über den wir müssen. Ein schmaler Felspfad, immerhin mit Ketten gesichert muss überwunden werden. Da hier ziemlich regelmäßig Leute abstürzen, ist uns etwas mulmig aber wir gehen es an und werden sogleich mit dem Blick auf einen sehr seltenen Kalifornischen Kondor belohnt. Weltweit gibt es nur noch ca. 425 Tiere und davon gerade mal knapp über 200 in Freiheit. Wir schaffen es tatsächlich pünktlich zum Sonnenaufgang (im Tal…also so gegen halb 10 :-)) auf die Felsspitze und ja Zion ist wirklich schön. Nicht so voll wie Yosemite, atemberaubender Ausblick und anspruchsvolle Wanderung, was will man mehr. Nach dem Frühstück und etlichen geschossenen Bildern treten wir den Rückweg an und verbringen noch einige Stunden im Tal bevor wir uns zum Grand Canyon aufmachen.

 

Grand Canyon (Arizona): Auf der sehr abwechslungsreichen Fahrt zum weniger besuchten North Rim, der etwa 300 Meter höher liegt als der südliche Abgrund, sehen wir felsige Bergregionen, Wälder und Ebenen mit Bisonherden die friedlich graßen und dann auf einmal steht man am Ende der Straße und der Grand Canyon ist da. Der Canyon ist wirklich riesig und tief, an den meisten Stellen haben wir den Colorado River nicht mal gesehen. Und dann kommt der Sonnenuntergang und man sieht ein beeindruckendes Farbenspiel wenn die Sonne die Sandsteine anleuchtet.

Eine Wanderung im Canyon ist leider nicht unter 2 Tagen (also mit Übernachtung im Canyon) zu machen und das ist uns bei den Nachtemparaturen eindeutig zu kalt, also belassen wir es bei ein paar kleineren Wanderungen an Rande des Canyons.

 

Bryce Canyon (Süd-Utah): Das Kernstück des Parkes ist das 15 km² große Bryce Amphitheater indem tausende Hoodoos (durch Erosion entstandene Felspyramiden) nebeinander stehen. Menschen besiedeln das Gebiet seit rund 12.000 Jahren und als die ersten weißen Siedler eintrafen wurde das Gebiet von Paiute Indianern bewohnt. Der Überlieferung nach glaubten die Paiute daran das ihr Gott Coyote (kai-oh-tih) dieses Gebiet erschuf, indem er die hier lebenden Bösen Kreaturen in Steine verwandelte. Mit etwas Fantasie erkennt man tatsächlich jede Menge in den Steinen. Der Bryce Canyon ist genau genommen gar kein Canyon da er nicht durch einen Fluss entstanden ist, sondern im Lauf von Jahrmillionen durch Wind, Wasser und Eis gebildet wurde. Die Hoodoos erreichen eine höhe von bis zu 60 Metern und einer der bekanntesten ist Thors Hammer da der Kopf tatsächlich ein wenig wie ein Hammerkopf aussieht. Die Erosion ist natürlich noch in vollem Gange und so ist es nur eine Frage der Zeit bis auch Thors Hammer fällt. 🙂

 

Canyonlands National Park (Utah): Der Canyonlands Park ist ziemlich groß und in vier Regionen unterteilt von denen 3 nur mit Geländewagen, Mountainbikes oder durch lange Wanderungen erreichbar sind. Außerdem ist der Zugang zu vielen Routen streng reglementiert und ohne Permit geht nichts. Wir entscheiden uns daher für den einfach erreichbaren Teil, dass sog. Island in the Sky, eine Hochebene (Mesa) die ca. 350 Meter über dem Umland liegt. Da wir im nahe gelegenen Moab (Touri Hochburg) keine halbwegs günstige Absteige finden, die es mit unserem Auto aufnehmen kann, verbringen wir wie so oft die Nacht im Auto. Wir schlafen kurz vor der Parkpforte und sind so schon sehr früh vor Ort um einen guten Blick auf den bekannten Mesa Arch zu werfen. Dieser Felsbogen ist das Wahrzeichen von Canyonlands und natürlich ein beliebtes Fotomotiv. Als wir nach der kurzen Wanderung ankommen hat sich schon eine ganze Meute von Fotografen versammelt und alle guten Plätze sind schon belegt. Das ist uns zu doof und wir schauen uns lieber das Umland an. Als dann die Sonne aufgeht haben leider alle Pech denn Wolken verderben das perfekte Foto. Viel beeindruckender sind sowieso die Ausblicke zu den zahlreichen Canyons wie z.B. den Green River. Dieser Teil des Parkes ist wirklich klasse und nur zu empfehlen.

 

Arches National Park (Utah): Arches ist wohl einer der bekanntesten Parks mit seiner über 2000 Steinbögen und der Delicate Arch, ein Steinbogen im Arches Park, ist sogar das Wahrzeichen von Utah. Ahnlich wie Yosemite ist der Park stark besucht und man hat teilweise Probleme einen Parkplatz zu bekommen. Trotzdem sind die Felsbögen natürlich äußerst beeindruckend, leider gibt es im Park keine wirklichen Wanderungen die man unternehmen könnte und so belassen auch wir es mit kurzen Spaziergängen zu den Bögen und der ein oder anderen harmlosen Kletteraktion.

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