Salut Champs-Élysées – Au revoir Weltreise

Frankreich stand eigentlich nie auf unserem Weltreise-Plan. Aber als wir uns eines Abends in Laos doch mal durchringen konnten über das Heimfliegen nachzudenken und ganz allgemein zu gucken was so ein Heimflug denn kostet, fanden wir auch prompt einen unschlagbar günstigen Flug unter 200 € pro Person. Es gab allerdings drei Probleme:

  1. Der Flug war bereits in einigen Tagen.
  2. Er ging nicht ab Laos, sondern ab Bangkok, wo wir ja erst herkamen und ging auch nicht nach Deutschland, sondern Paris.
  3. Die Fluggesellschaft hat nicht den besten Ruf: Turkmenistan Airlines belegt den Spitzenplatz bei den miesesten Airlines der Welt laut Skytrax.

Erstmal eine Nacht drüber schlafen und nachdenken ob wir jetzt wirklich schon zurück wollen nach Europa, was sind die Alternativen, sind wir sogar Reisemüde? Nach über 13 Monaten einfach die Reise beenden, keine leichte Entscheidung, andererseits wäre es auch Zeit Familie und Freunde wiederzusehen, oder doch noch Myanmar oder Iran, China…
Wir haben es uns nicht leicht gemacht, uns dann aber doch kurzerhand entschlossen das es Zeit wird zu gehen, die verzwickte Visa-Situation hat uns dabei natürlich ein wenig in die Karten gespielt, die Einreise nach China, Myanmar oder Iran sind aus der Ferne gar nicht so leicht zu bewerkstelligen, da man oft schon in der deutschen Botschaft des jeweiligen Landes vorstellig werden muss. Außerdem belastete die leerstehende Wohnung in Deutschland die Reisekasse immer weiter, so das die Entscheidung klar war: Auf gehts, zurück nach Europa.

Also schnell gebucht, den Nachtbus nach Bangkok organisiert und noch den verbleibenden Tag Ruhe genießen, bevor wir uns wieder in das wuselige Bangkok stürzen.

Das einzige was uns wirklich Bauchschmerzen bereitete, war die Tatsache, dass der Flug mit der Turkmenistan Airline stattfinden sollte. Einen ganzen weiteren Tag lasen wir nur Erfahrungsberichte im Netz und erfuhren die wildesten Dinge: Die Stewardessen sprechen nur Russisch, das Essen ist schrecklich und der Flieger ist alt und dreckig. Außerdem geht der Flug Bangkok – Paris nur einmal die Woche mit Zwischenstopp in Asgabat. In der Vergangenheit kam es wohl schon öfter vor, dass durch einen verspätetern Abflug in Bangkok der Anschlussflug in Asgabat verpasst wurde und die Passagiere eine ganze Woche auf dem Flughafen verharren mussten, bei gerade mal einem schlecht ausgestatteten Kiosk. Echt jetzt, eine Woche von Chips und Schokolade ernähren, wenn es dumm läuft? Natürlich kann man dann vor Ort immer noch den Flug umbuchen, aber auf den Kosten bleibt man dann selber sitzen. Wir entschieden uns für „no risk no fun“ und schließlich lief so gut wie alles problelos in den letzten 14 Monaten, wieso sollte jetzt ausgerechnet der Rückflug noch Probleme machen.

Erstmal hatten wir aber Überhaupt keinen Rückflug, wir haben zwar gebucht aber eine Bestätigung, ja sogar die Boarding Pässe, Fehlanzeige. Erst nach etwas Recherche fanden wir dann heraus das Turkmenistan Airlines eine telefonische Rückbestätigung frühstens 48 Stunden vor Rückflug verlangt, warum man sowas macht wissen wir bis heute nicht, bezahlt ist bezahlt, ob da jemand auf dem Platz sitzt oder nicht. Also zurück in Bangkok die Airline angerufen und die Plätze bestätigt, endlich sind wir sicher das es in 2 Tagen nach Paris weitergeht. Nächstes Problem: kurzfristig was Bezahlbares in Paris für die nächsten vier Tage zu finden. Aber auch da hatten wir noch Glück und ein süßes Hotel mitten im Zentrum gefunden. Natürlich waren alle Ängste bezüglich des Fluges auch total unbegründet. Die Stewardessen waren mehr oder wenig freundlich und Englisch konnten sie auch rudimentär, das Essen war absolut genießbar und wir wurden mehr als satt. Und eine Verspätung gab es auch nicht. Ende gut, alles gut.

Jetzt stand einfach nichts mehr im Weg die letzten Tage unserer Weltreise nochmal in vollen Zügen zu genießen. Und das taten wir sowas von: Zum Frühstück gab es immer frische Croissants in kleinen Cafés, Abends mindestens eine Flasche französischen Wein, Unmengen von Baguette und Käse und zwischendurch haben wir das ganz normale Touri-Programm gemacht. Wir können halt nicht ohne: Stundenlang durch den überfüllten Louvre, Schlange stehen sowie Wrestling mit Asiaten vor der Mona Lisa, Eifelturm mit Baustelle, steil hinauf auf den Triumphbogen, zu Fuß über die Pont-Neuf Brücke, ehrfürchtig durch den Notre-Dame und Shoppen (nicht wirklich) auf der Champs-Élysées. Großartig! Paris ist immer eine Reise wert und ein würdiger Abschluss unserer Weltreise.

Und dann war er plötzlich da, der Tag der Heimreise. Naja, eigentlich war es mal wieder eine Nacht, mit dem Nachtbus, direkt nach Mannheim.

Good old Germany hat uns wieder.

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