One (or more) nights in Bangkok

Eine Nacht in Bangkok ist definitiv zu wenig. Die Stadt ist zu groß, zu vielfältig, zu verrückt, kurzum gibt es einfach zu viel zu entdecken um nur eine Nacht zu bleiben. Bei uns waren es dann doch ganze 6 Nächte aber der Reihe nach.

Ein kleiner Transporter bringt uns von Kambodscha über die Grenze nach Bangkok. Jeder Platz ist mit Touristen belegt und der wenige Freiraum für die Beine ist bis an die Decke voll mit riesigen Backpacks. Die Fahrt dauert sehr lange und ist maximal unbequem, aber dafür lässt uns der Bus Mitten in der Stadt raus, direkt an der 400 Meter langen Haupt-Touristen-Straße Khao San Road. Die berühmt-berüchtigte Partymeile wimmelt nur so von Backpackern und Touristen und so ist es auch kein Wunder, dass es hier außer Hostels, Bars, Clubs, internationalen Ketten wie McDonalds, Starbucks und Co. auch jede Menge geschäftige Einheimische gibt. Hier bekommt man fast alles, Klamotten, Schuhe, Streetfood, Insekten (Skorpione, Heuschrecken, etc.), Drogen, Massagen, maßgeschneiderte Anzüge, einfach fast alles. Klar die Khao San Road ist lustig, aber doch sehr touristisch und vor allem sehr laut. Uns ist nicht nach Dauerparty, weswegen wir uns entschließen, uns eine Unterkunft in einer der ruhigen Nebenstraßen in Banglampoo zu suchen. Hier merken wir schon wie vielfältig und schnell Bangkok sich ändert, gerade noch inmitten von Backpackerhorden ist man wenige Straßen entfernt schon in einer anderen Welt, kaum Touristen, geschäftiges Treiben auf dem Markt, Garküchen und in der Millionenstadt auch Oasen der Ruhe. In genau einer solchen Oase werden wir fündig und beziehen unsere erste Unterkunft in der Stadt. Unsere wirklich alte Gastgeberin, bietet günstige Zimmer mit Ventilator in Ihrem Haus an, das von einem großen Garten umgeben ist und etwas versteckt in einer Seitenstraße liegt. Hier ist vom lauten Verkehrslärm fast nichts mehr zu hören und so bleiben wir hier ein paar Tage um die Stadt kennenzulernen. Die alte Dame ist wirklich ziemlich witzig, da sie uns ständig veräppelt und wenn wir drauf reinfallen, hält sie immer die Hand auf und verlangt mit einem Grinsen „One Baht“, den wir natürlich nicht zahlen müssen.

Wir starten mit unserer Erkundungstour durch’s Zentrum und müssen schnell feststellen, das Bangkok definitiv europäische Preise hat. Ein Bier für unter 20 Cent suchen wir vergeblich. Dafür gibt es unzählige Essensstände, die wirklich gutes und günstiges Essen anbieten. Schnell haben wir auch hier wieder unseren Lieblings Kaffee und frittierte Bananen-Stand zum Frühstück gefunden und einmal täglich eine Ladung Pad Thai, ein extrem leckeres Nudelgericht ist auch drin.

Bangkok ist die Stadt der Wats. Hier gibt es über 400 solcher buddhistischer Tempelanlagen und wie soll es anders sein, wir besichtigen unzählige davon. Der berühmteste Wat ist Wat Phra Kaeo (Wat Phra Sri Rattana Satsadaram), der den sogenannten „Smaragd-Buddha“ beherbergt. Ursprünglich stammte die Statue aus Indien, sie wurde aber immer wieder geraubt und in andere Tempel und Länder gebracht, bis sie schließlich durch König Rama dem I. in dem königlichen Tempel von Bangkok landete. Ebenfalls sehr sehenswert ist Wat Pho, die älteste Tempelanlage in Bangkok mit dem berühmten liegenden Buddha, der ganze 46 Meter lang und 15 Meter hoch ist. Er symbolisiert Buddha bei seinem Eingang ins Nirwana. Om!!

Wir wandern weiter zum Großen royalen Palast. Der Palast wurde einst als Residenz für die Könige Rama I bis Rama V vom Rattanakosin Königreich genutzt. Heute werden vor allem Royale Zeremonien abgehalten und  Gäste des Königs empfangen. Uns fällt gleich auf, dass nicht nur am Grand Palace, sondern in der ganzen Stadt unzählige schwarz gekleidete Menschen unterwegs sind, überall riesige Poster des letzten Königs Bhumibol Adulyadej hängen und tonnenweiße an wirklich jeder Ecke Blumenschmuck aufgetürmt ist. Alle Personen des öffentlichen Dienstes (Busfahrer und Co) tragen zudem noch eine schwarze Schleife. Der Grund dafür ist fast nicht zu glauben, denn noch immer trauern die Thailänder um ihren König Bhumibol, der im Alter von 88 Jahren, nach 70 Jahren Regentschaft, am 13. Oktober 2016 in Bangkok starb. Fast ein Jahr später wird immer noch offiziell getrauert. Große öffentliche Partys und Veranstaltungen sind während der Trauerphase tabu. Für uns wirklich ein wenig kurios, aber die Thais lieben ihre Monarchen, allem voran Bhumibol, zumindest nach außen und strömen zu tausenden in den Palast um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Was die Leute wirklich denken ist fraglich, denn öffentliche Kritik am Königshaus wird hart bestraft. Aber eins ist sicher. Sein Sohn und Nachfolger Maha Vajiralongkorn ist bei weitem nicht so beliebt wie Bhumibol. Grund dafür ist sein wechselhaftes Privatleben mit zahlreichen Frauen, sowie sein verschwenderischer Lebensstil. So hat er erst vor kurzem ein 5.600 Quadratmeter großes Grundstück direkt am Starnberger See gekauft und verbringt einen Großteil seiner Zeit in Deutschland und nicht in Thailand. Nachdem auch wir uns in die schwarze Schlange einheimischer eingereiht und den Palast erkundet haben versuchen wir die etwas weiter entfernten Sehenswürdigkeiten abzuklappern.

Um sich in Bangkok fortzubewegen, kann man natürlich wieder auf die privaten Tuk-Tuks zurückgreifen. Da diese aber genau solange im dichten Straßenverkehr stecken bleiben wie die Stadtbusse, sind wir immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Viele Strecken sind sogar umsonst. Eine weitere gute Alternative ist eine Bootsfahrt über den Fluss Chao Phraya. Die Schiffe stoppen eigentlich an allen Hauptattraktionen, man muss beim Einsteigen nur darauf achten, dass man das billige einheimischen Boot erwischt und nicht die viel teureren Touristenboote. Über Wasser gelangen wir auch nach China Town und dem berühmten Floating Market, wo es wieder jede Menge Leckereien zum Probieren gibt. Wir sind so begeistert von dem Essen, dass wir beschließen, zurück in Deutschland auch das ein oder andere Gericht nachzukochen. Aber dazu müssen wir erst einmal kochen lernen. Gesagt, getan. Wir buchen einen Thai-Kochkurs und lernen einen ganzen Vormittag wie man Tom Yum Suppe mit Scampi, Hähnchensalat, grünes Curry und Mango mit Klebereis zubereitet. Alle Zutaten müssen wir zuvor natürlich selbst noch auf dem Markt einkaufen. Zum Glück ist unser Kochlehrer dabei, der uns in die Welt der Gewürze einweiht.

Die Tage in Bangkok vergehen wie im Flug und es gibt immer Neues zu entdecken, aber wir beschließen das hektische Treiben hinter uns zu lassen und es etwas ruhiger angehen zu lassen, unser Ziel ist das südliche Thailand. Den letzten Abend in Bangkok wollen wir besinnlich angehen lassen, um nochmal in uns zu gehen und die Eindrücke etwas sacken zu lassen. Was liegt da näher als – na klar- einen Mediationskurs zu besuchen. Und wie es der Zufall so will, ist der letzte Abend ein Vollmond und es werden spezielle Vollmond-Meditationen angeboten. Das sehr lange rezitieren von buddhistischen Lehren ist eher seltsam als entspannend, aber uns wurde versichert das diese spezielle Art der Meditation nur bei Vollmond praktiziert wird. Naja. öfter mal was Neues und unseren Spaß hatten wir trotzdem. Nach so viel Meditation treibt es uns dann aber doch erstmal wieder in eine Bar auf die Partymeile.

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