Bleiben wo der Pfeffer wächst?

Nach so vielen schockierenden Bildern wollen wir nur noch weit weit weg, wir haben genug von Völkermord und Tempeln und beschließen wieder raus in die Natur zu fahren. Allerdings ist die ein ganz schönes Stück entfernt. Also mal wieder ein Nachtbus und zwar in den wilden Osten nach Sen Monorom in der Mondulkiri Region. Hier herrscht das genau Gegenteil zum touristenüberfüllen Angkor Wat und dem wuseligen Phnom Penh: wenige ausgebaute Straßen, nur ein paar 1.000 Einwohner, jede Menge Dschungel und das Beste, Elefanten in freier Wildbahn. Wir buchen natürlich noch am gleichen Abend eine Tour in die Wildnis. Das Bunong Elephant Project, geführt von einem Einheimischen Guide namens Torn, arbeitet eng mit den eingeborenen Stämmen zusammen und ermöglicht ihnen einen Erwerb ohne den Einsatz der Dickhäuter als Arbeitstiere, da ein Teil des Tourpreises den Stämmen direkt zu Gute kommt. Die früheren Arbeitstiere haben viel arbeiten müssen und genießen jetzt ihre Zeit im Dschungel bei ausreichend Bananen und Bambus. Nach einer abenteuerlichen Nacht in einer Hütte geht es früh los und wir stoppen bei einem Stamm wo wir etwas über die Lebensweise der Stämme, die eng von dem Rhythmus der Natur bestimmt ist, erfahren. Nach ca. 30 Minuten geht es aber schon weiter und wir starten unsere Wanderung in den Dschungel. Der Weg zu den Tieren ist dann wirklich anstrengend, eine Stunde durch den Urwald inmitten der Regenzeit. Die meiste Zeit rutschen wir auf allen Vieren, liegen auf dem Boden oder hangeln uns von Liane zu Liane. Und plötzlich, wie aus dem Nichts, stehen sie vor uns: Princess und Happy Lucky, zwei riesige alte Elefanten-Damen. Und natürlich lassen sie sich nicht zweimal bitten unsere mitgebrachten Bananen auch gleich zu probieren. Wir verbringen einen unvergesslichen Tag mit den Tieren, denen wir in gebührendem Abstand durch den Dschungel folgen und sie stundenlang beim Bambus-Fressen beobachten. Am Ende können wir sogar noch ein Bad unter einem Wasserfall mit ihnen genießen, auch wenn Princess ganz dreist erstmal ins Wasser scheißt 🙂

Kampot – Dorthin wo der Pfeffer wächst

Nach ein paar sehr schönen Tagen im dünn besiedelten Osten Kambodschas entschließen wir uns mal zu überprüfen wo eigentlich der Pfeffer wächst. Ganz im Süden des Landes liegt die Region Kampot. Hier wird der weltberühmte Kampot-Pfeffer angebaut. Und da wir schon immer einmal die Unterschiede zwischen schwarzem, weißen, grünem und rotem Pfeffer wissen wollten, besichtige wir die La Plantation Pfefferfarm, die tolle englischsprachige Touren anbietet. Mit unserem gemieteten Roller und die Taschen voll mit Pfeffer, geht die Fahrt weiter zum Kep-Nationalpark. Die Fahrt durch den Park ist abenteuerlich, denn ausgebaute Wege sind hier Fehlanzeige. Dafür werden wir aber mit tollen Ausblicken oben auf dem Berg belohnt. Wir sind tatsächlich die Einzigen im ganzen Park, abgesehen von einer riesen Affenbande, die sich lauthals über unseren Besuch aufgeregt hat.

Wir fahren immer weiter mit unserem Roller und kommen aufgrund der Nähe zum Ozean, an unzähligen Salzpfannen vorbei, über die wir sogar mit dem Moped fahren können. Unseren Ausflug lassen wir auf dem berühmten Krabben-Markt ausklingen, wo es fangfrische Krabben in allen erdenklichen Variationen zum probieren gibt.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Sihanoukville. Der Ort liegt zwar direkt am Meer und hat einen weißen langen Sandstrand, er ist aber so überlaufen mit besoffenen Backpacker-Touristen und Techno-Bars dass wir schon nach einer Nacht beschließen, uns Richtung Thailand aufzumachen. Und wie soll es anders sein – ein Nachtbus über die Grenze macht es möglich, inklusive kotzender englischen Touristen.

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