Salar de Uyuni – Spiel mit Perspektive

Wir nehmen den letzten Bus nach Süden und kommen mal wieder sehr spät an unserem nächsten Ziel (Uyuni) an, wo wir uns im erstbesten Hostel am Busbahnhof einquartieren. Endlich duschen!

In der Nähe von Uyuni befindet sich die weltbekannte mit mehr als 10.000 Quadratkilometern größte Salzpfanne der Erde, die Salar de Uyuni. Hier ist vor über 10.000 Jahren der See Tauca ausgetrocknet und hat die Salzkruste geformt. Da hier keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren, müssen wir uns mal wieder einer Tour anschließen, die zugegebenermaßen eine der schlechtesten war, die wir je gebucht hatten. Unser Guide fand es wohl überflüssig mit uns zu reden, geschweige denn sich mal vorzustellen, dafür hat uns aber die Salzwüste ziemlich beeindruckt. Die Tour beginnt mit der Besichtigung eines Zugfriedhof gleich am Rand der Salzpfanne. Hier stehen z.T. über 100 Jahre alten Zügen, die langsam vor sich hin rosten. Die Fahrt geht weiter über eine schier endlose Salzkruste, bei musikalischer Untermahlung von Modern Talking gleiten wir über die Ebene.Die einzigste CD des Guides lief drei Tage ununterbrochen durch und wir können jetzt auch jedes Lied auswendig mitsingen.

Der See wird überwiegend zur Salzgewinnung genutzt (jährlich rund 25.000 Tonnen) und seit kurzem steht auch der Abbau des begehrten Lithium zur Diskussion. Wirtschaftliche Interessen kollidieren hier mit touristischen Bedenken, will man doch die Schönheit der Salzwüste erhalten will. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs ist noch keine Entscheidung über den Abbau gefallen, es bleibt spannend. Die Salar de Uyuni ist bekannt für die coolen optischen Spielereien die sich hier realisieren lassen und auch wir versuchen unser Glück aus den unterschiedlichsten Perspektiven, mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber auf jedem Fall sehr lustig. Inmitten der Wüste liegt die Isla del Pescado, eine Steininsel mit jeder Menge riesiger Kakteen. Da das betreten der Insel natürlich Geld kostet entscheiden wir uns die Insel einfach zu Fuß zu umrunden.

War es am Tag in der Wüste noch recht warm, können die Temperaturen in der Nacht und in dieser Höhe recht frostig werden, was wir schnell zu spüren bekommen. In dem Salzhotel, in dem wir einquartiert sind, ist es bitter kalt und es gibt natürlich keinen Ofen. Trotzdem cool in einem Haus zu schlafen, dass nur aus Salzblöcken gebaut ist (inklusive Tische, Stühle und Betten).

Am nächsten Morgen geht es weiter durch die Wüste, nur dumm das es Natalie komplett mit einem Magen-Darm-Virus erwischt hat. Kein Wunder, nimmt es doch unser Fahrer und Koch mit der Hygiene nicht allzu genau. Richtig blöd, denn natürlich steht noch einiges auf dem Programm: Besichtigung der Geysire Sol de Manana, die grüne Lagune und natürlich die dazu gebuchte lange Fahrt über die Grenze nach San Predro de Atacama in Chile. Wie immer, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann, läuft es nicht so, wie geplant.

Die restliche Tour verbringt Natalie im Auto, bis wir schließlich von unserem Jeep an die Grenze zu Chile gebracht werden. Hääää, Grenze? Hier, soll die bolivianische Grenzstation sein? Wir sind mitten in den Anden auf einer Höhe von knapp 5000 Metern, wo absolut nichts ist außer, wie es scheint, einer verlassenen Hütte. Toiletten, Heizung, alles Fehlanzeige! Zu dumm das gerade heute der Winter die Landschaft mit Schnee, Sturm und eisiger Kälte heimsucht. Mit 4 anderen Jeeps, vollgestopft mit Touristen stehen wir an der Grenze und warten…leider wissen wir nicht auf was, denn weder unser Fahrer noch die anderen verstehen sich auf Englisch oder auf die Weitergabe von Informationen. Die Stunden vergehen und nichts passiert, außer dass die Fahrer heftig rumdiskutieren. Mit unserem schlechten Spanisch verstehen wir natürlich nur Bahnhof und wir kapieren erst nach und nach worum es geht. Die Grenzbeamten (ja tatsächlich haben zwei in der Hütte gesessen und sich komplett still verhalten) wollen uns nicht abstempeln, bevor sie nicht die Sicherheit haben, dass wir in Chile einreisen können. Das Problem an dieser Grenze ist, dass zwischen bolivianischen Grenzhäuschen und dem chilenischen rund 40 km liegen, mitten durch die Anden. Naja, eigentlich kein Problem, genau diese Fahrt hatten wir und die Anderen ja im Vorfeld über die Tour-Agency gebucht. Das Problem war aber, dass sich die Fahrer weigerten uns genau diese Strecke zu fahren, da einige Tage vorher ein anderer Fahrer in Chile verhaftet wurde, da Bolivien und Chile gerade in einem Klinsch liegen und es jeder dem anderen so schwer machen will wie nur möglich. Und da es dort Oben, weder Taxi noch eine andere Möglichkeit gab, saßen wir dort ganze 8 Stunden in eisiger Kälte fest. Gnädigerweise sind die 5 Fahrer nicht einfach so wieder zurück gefahren, sondern haben uns im Jeep warten lassen. Irgendwann wurde es einer älteren Australierin zu bunt, in ihrem Jeep saßen nämlich auch Leute mit dem gleichen Problem wie Natalie (das Essen des Tour Anbieters war definitiv nicht in Ordnung), dass sie die Botschaft und die Polizei anrief. Das half, plötzlich kamen die Grenzbeamten aus ihrem Häuschen. Dann hieß es absurderweise, dass aber nur 3 Autos von 5 über die Grenze gelassen werden (??) und dass wir uns alle mitsamt Gepäck in die Jeeps quetschen müssen. Nach einer weiteren halben Stunde rumdiskutieren, durften dann doch alle 5 Autos endlich über die Grenze fahren. Nach diesem Höllentrip erreichten wir endlich nach Stunden die Grenzstadt San Pedro de Atacama und wurden dort von unzähligen Polizisten in Empfang genommen. Die Einreise verlief dort zum Glück problemlos und wir bekamen noch einen gratis Transport in’s Hostal. Jetzt nur noch ab ins Bett!

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