Über die Todesstraße ab in den Dschungel

Überall in La Paz werden Touren in den Dschungel angeboten und auch uns würden ein paar Tage im Dschungel gefallen. Also machen wir uns auf nach Rurrenabaque, das Tor zum Dschungel. Natürlich mit dem Bus, fliegen ist mit 70$/Person viel zu teuer. Das wir dabei die weltbekannte bolivianische Todesstraße passieren müssen, nehmen wir nur als Randnotiz war. Der Bus ist mit Abstand der ekligste Bus mit dem wir jemals gefahren sind und wahrscheinlich auch der älteste. Wir sind die einzigen Touristen im Bus und die restlichen Einheimischen transportieren wohl damit allerlei Hausrat (Hühner, Fleisch, Gemüse, 2 riesige Schultafeln,…). Der Gestank im Bus ist wirklich nasenbetäubend, aber trotzdem ist dieses Gefährt für die nächsten 16 Stunden unser zuhause. Die einzige Strecke die nach Rurrenabaque führt geht über die berühmt berüchtigte Todesstraße. Die Straße ist keine 4 Meter breit, hat keinerlei Leitplanken und zum Fluss hin geht es teilweise hunderte von Metern steil bergab. Trotzdem schälen sich dort täglich LKW’s, Busse und Autos in beide Richtungen durch. Kein Wunder, dass es hier immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt, wo ganze Busse in die Tiefe (jedes Jahr um die 30) stürzen. Wir versuchen nicht daran zu denken und statt dessen lieber die Landschaft durch den Regenwald zu genießen. Trotzdem sind wir dann irgendwie froh, als es dunkel wird und wir den Abgrund nicht mehr sehen müssen.

Um 5 Uhr morgens werden wir geweckt und sind heilfroh, dass wir lebend in Rurrenabaque angekommen sind. Wir müssen noch vier Stunden im Ort abhängen, bis unsere Tour in den Dschungel endlich losgehen kann. Mit einem Jeep geht es rund drei Stunden noch tiefer in den Urwald hinein, bis wir schließlich in Santa Rosa, bestehend aus zwei Hütten am Fluss, ankommen. Hier geht die Fahrt nur noch mit dem Boot weiter, welches uns zu unserer Unterkunft bringt. Die einfachen Hütten stehen inmitten des Sumpfgebietes auf Stelzen. Wenn man nicht als kleiner Zwischensnack für Kaimane und Alligatoren enden will, sollte man hier unbedingt vermeiden in’s Wasser zu fallen. Das gelingt uns auch ganz gut, den unzähligen Moskitos, die es auch auf uns abgesehen haben, können wir aber nur schwer entkommen.

Als wir nach dem Mittagessen zurück in unsere Hütte kommen, fällt uns gleich auf, dass unsere Taschen auf dem Bett irgendwie durchwühlt sind und Tüten verstreut auf dem Boden liegen. Die Übeltäter sind schnell ausfindig gemacht. Unzählige neugierige Totenkopfäffchen sind durch die Löcher im Dach in unser Zimmer eingedrungen. Zum Glück haben sie es aber nur auf unser Obst abgesehen. Süß, das teilen wir natürlich gerne. Genau so süß wie unser kleiner Mitbewohner, ein Frosch, der die ganze Zeit über in unserem Spülkasten gewohnt hat. Wir verbringen ganze drei Tage in der Wildnis und unternehmen unzählige Bootstouren durch das riesige Sumpfgebiet. Die Artenvielfalt ist wirklich beeindruckend, wir entdecken unzählige Vogelarten, Faultiere, blicken bei Nachtbootsfahren in die leuchtenden Augen von Kaimanen, sehen Glühwürmchen, schwimmen mit Delphinen, angeln Piranhas (die wir auch am Abend gegrillt essen) und treffen bei Landgängen auf Anacondas, Vogelspinnen und CO. Und wie lebende Termiten schmecken, wissen wir jetzt auch (überraschenderweise nach Minze – gar nicht so übel).

Total verstochen bringen uns Boot und Jeep wieder zurück nach Rurrenabaque. Wir entscheiden uns nicht noch einmal die Busstrapazen auf uns zu nehmen und gönnen uns den viel teueren Rückflug.

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