Tiefe Canyons und schwimmende Inseln

Wir gönnen uns einen Tag Erholung in Cusco bevor, wir unsere Reise nach Arequipa fortsetzen. Die Stadt im Süden des Landes ist bekannt für ihre schöne Weltkulturerbe-Altstadt und natürlich die sehr nahegelegenen Vulkane. Wir quartieren uns ein paar Tage ein und erkunden die schöne Stadt, natürlich wieder mit einer Free Walking Tour. Außerdem gibt es in der Stadt das wirklich interessante Museum Santuarios Andinos, in dem die gefrorene Leiche eines Mädchens ausgestellt ist, die auf über 6000 Meter gefunden wurde, der peruanische Ötzi sozusagen. Das Inkamädchen Juanita wurde vor über 500 Jahren von Inkas den Göttern geopfert, um die Vulkane zu beruhigen. Der Vulkan wurde wohl durch dieses Opfer beruhigt und ist seitdem nicht mehr ausgebrochen.  Aus diesem Grund ist auch der Leichnam im Gletscher bis in die neunziger Jahre eingeschlossen und noch vollständig erhalten.

Nach den Tagen in Arequipa ist auch der letzte Muskelkater abgeklungen und wir sind bereit für eine neue Wanderung. Wir fahren mit dem Bus zum Colca Tal, um dort in den weltweit zweittiefsten Canyon (3269 m) abzusteigen. Tief unten im Canyon befindet sich eine Oase, in der wir eine Nacht schlafen. Die Unterbringung ist wirklich rudimentär, aber wir haben von hier einen ungetrübten Blick auf den Sternenhimmel. Früh am nächsten Morgen machen wir uns auf den sehr langen und steilen Rückweg nach oben und schaffen es in einer guten Zeit (glauben wir zumindest) und kommen zum Glück so noch vor der großen Hitze an.

Unsere letzten Tage in Peru lassen wir wieder etwas ruhiger angehen und wir besichtigen den Titicacasee. Er liegt nicht nur auf einer unglaublichen Höhe von 3812 m, sondern ist auch noch der größte See Südamerikas und 15-mal größer als der Bodensee. Er ist über 8 Quadratkilometer groß und ein Teil des Sees liegt auch auf bolivianischen Gebiet. Vom Ufer aus in der kleinen Hafenstadt Puno buchen wir eine Bootstour zur Isla Urus. Die Tour ist zwar mega touristisch, trotzdem sind wir ziemlich fasziniert von den 49 schwimmenden Inseln, die komplett aus Totura-Schilf gebaut sind und immer noch bewohnt werden. Ursprünglich vom Volk der Urus gebaut um den kriegerischen Inkas inmitten des Sees zu entkommen, wundert man sich, dass die Inseln auch heute noch bewohnt sind, benötigen die Inseln doch einiges an Pflege und bieten nur Solarstrom. Die ständige Pflege der Inseln ist natürlich nötig, denn das Schilf verrottet relativ schnell.  Auf den Inseln leben derzeit rund 2000 Urus, die mit der Fischerei und dem Tourismus ihren Lebensunterhalt verdienen.

Zurück in Puno ist es auch nur noch einen Katzensprung nach Bolivien und so machen wir uns auf in ein neues Land mit neuen Abenteuern.

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