Im Land der Vulkane

Costa Rica liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einem Vulkangürtel, der sich in einem großen Bogen vom amerikanischen zum asiatischen Kontinent erstreckt. Tatsächlich liegt hier sogar einer der aktivsten Vulkane der Welt und den wollen wir natürlich sehen. Das kleine Städtchen La Fortuna liegt direkt am Parkeingang des Parque Nacional Volcán Arenal und ist Ausgangspunkt für viele Touren und Outdooraktivitäten rund um den Vulkan Arenal. Der Ort selbst hat nicht viel zu bieten ist aber vollgestopft mit Touristen, was uns in die bis jetzt abartigste Unterkunft zwingt, um nicht unser Budget zu sprengen. Das Zimmer ohne Fenster ist winzig, dreckig und feucht, die Dusche ist einfach nur ein Schlauch aus der Wand und natürlich kalt, aber ok was solls.
Am nächsten Morgen lassen wir das versprochene Frühstück aus Gesundheitsbedenken sausen und starten früh in den Nationalpark um endlich den Vulkan aus der Nähe zu sehen. Der über 1600 Meter hohe Vulkan brach 1968 unerwartet und heftig aus und galt seitdem als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Allerdings liegt der letzte Ausbruch nun auch schon ein paar Jahre zurück und seit 2010 ruht der Riese. Trotzdem ist es noch immer zu gefährlich und der Weg auf den Vulkan ist gesperrt, so das man ihn nicht besteigen kann. Uns bleibt für stramme 30$ Eintritt leider nur der Blick aus der Ferne und eine kurze Wanderung durch den Wald. Für das Gebotene ist der Eintritt einfach zu hoch und wir ärgern uns ein wenig, denn den Vulkan hätten wir genausogut von außerhalb des Parks sehen können. Als um auf dem Rückweg nach La Fortuna eine Gruppe neugieriger Weißrüsselnasenbären begegnet ist der Ärger aber schnell verflogen.

Da wir noch nicht genug von Vulkanen haben, fahren wir zum Nachbarvulkan Cerro Chato, der direkt neben dem Arenal liegt und schon so lange ruht, dass sich ein Kratersee gebildet hat. Das wollen wir natürlich sehen und starten die lange, matschige, unglaublich steile und sehr anstrengende Wanderung auf den 1140 Meter hohen Vulkan. Der Weg ist trotz der lediglich 500 Höhenmeter nichts für Weicheier und der Abstie

g zum Kratersee ist ein regelrechter Höllentrip mit nahezu senkrechten Schlammpisten die nach unten führen. Nach der Tortur ist es allerdings schon so spät, das wir den Kratersee ganz für uns alleine haben. Ein Bad in den Fluten lassen wir aber ausfallen und starten schnell den Rückweg um den Abstieg noch bei Tageslicht zu schaffen.

Wir kehren dem Arenal den Rücken und starten durch in den Parque Nacional Rincón de la Vieja, dessen Vulkan 1995 das letzte Mal aktiv war. Nach unserer Google Recherche planen wir über den südlichen Eingang in den Park zu gelangen. Warum kommt uns hier niemand entgegen und warum grinst uns der Parkwächter aus seinem Geländewagen so dämlich an? Egal, wir fahren weiter und stellen schon nach wenigen hundert Metern fest das mit unserem Kleinwagen hier leider nichts weiter geht. Die Strecke ist selbst für ambitionierte Offroader nicht ganz ohne und wir haben unsere Mühe nicht den kompletten Unterboden unseres Autos zu zerstören. Das Top Gear Team wäre ein weiteres Mal stolz auf uns gewesen! Ärgerlich allerdings das selbst der Parkwächter hier keine Warnung ausgesprochen hat. Wir machen es besser und warnen die nächsten Touristen vor der Strecke.
Beim zweiten Anlauf über den Nordeingang schaffen wir es endlich, müssen dazu aber über Privatland fahren und den Bauern eine Maut zahlen. Hier gibt es nichts geschenkt. Endlich im Park angekommen, müssen wir feststellen, dass wir auch hier wieder nicht den 1916 Meter hohen Vulkan besteigen können, da der Weg gerade neu ausgebaut wird. Die Wanderung durch den Park ist trotzdem sehr schön und führt vorbei an heißen Schwefelquellen und blubbernden Schlammlöchern. Wir fragen uns so langsam ob wir es schaffen in Costa Rica einen Vulkan zu besteigen.

Den letzten Anlauf starten wir am Vulkan Irazu in der Nähe von Cartago und hier schaffen wir es endlich auf einen Vulkan. Der stolze Eintrittspreis von 30$ für Touristen (Einheimische kommen immer für einen Bruchteil des Preises zu den Attraktionen), ist für Costa Rica typisch teuer, allerdings ist es hier unglaublich einfach den Vulkan zu „besteigen“. Der 3432 Meter hohe Vulkan, und damit der höchste des Landes, kann ganz einfach befahren werden denn die gut ausgebaute Straße führt fast direkt zum Krater. Lediglich die letzten 100 Höhenmeter müssen zu Fuß zurückgelegt werden (mit einem 4×4 gehts auch). Der Ausblick in den zugegeben riesigen Krater ist nicht spektakulär, was wohl auch daran liegt das wir den Säuresee nicht sehen können. Man geht davon aus, das die gestiegene Aktivität am wenige Kilometer entfernten Nachbarvulkan mit seinen unterirdischen Magmaströmen, die Temperatur im Krater so stark ansteigen ließ, dass der See ausgetrocknet ist. Trotzdem hat man von oben einen super Blick auf den Nachbarvulkan Turrialba. Die letzte Eruption war gerade mal am 06.12.2016 und wir können noch immer die Rauchschwanden erkennen und spüren wie die Asche im Hals kratzt. Trotz des Preises ein empfehlenswerter, einfacher Ausflug.

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