Louisiana – Scharfe Rhythmen

Wir starten früh, weil sich Nils heute was ganz besonderes vorgenommen hat. Da er wirklich so ziemlich jedes Essen mit Tabasco verfeinert, liegt es natürlich nahe, dass wir auch die Fabrik besichtigen, wenn wir schon mal in Lousiana sind. Auf dem Weg nach Avery Island (Tabasco), legen wir einen Halt in der kleinen Stadt Lafayette ein. Hier ist absolut der Hund begraben und eigentlich können wir rein gar nichts über diesen Ort berichten. Wir besichtigen eine Kirche und den dazugehörigen Friedhof, an dem wir zufällig vorbeikommen, weil uns eine sehr nette Kirchendienerin entdeckt und gleich eine Privatführung gegeben hat.

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren machen wir uns schnell auf den Weg über den Hwy 90 Richtung Iberia zur Tabasco Firma. Die Führung ist sehr interessant und man erfährt einiges über den Herstellungsprozess der scharfen Soße. Hunderttausende von Flaschen werden von diesem kleinen Familienbetrieb täglich in die ganze Welt verschickt. Und, die Heimat lässt Grüßen, finden wir in der Abfüllanlage natürlich noch die Abfüllanlagen von Krones aus Neutraubling. Diese Firma hat wirklich das absolute Flaschenabfüllmonopol denn egal welche Abfullanlage wir schon besichtigt haben (Bier, Tabasco, etc.) immer ist die Anlage von Krones. Aber egal, dass Beste zum Schluss, man darf natürlich noch alle Dips probieren und das sind erstaunlich viele, viel mehr als wir aus Deutschland kennen. Natürlich gehen wir nicht mit leeren Händen, sondern decken uns nochmal mit genügend Tabasco für die nächsten Wochen ein.

Direkt neben der Fabrik liegt der sogenannte Jungle Garden. Diese wunderschöne riesige Parkanlage wurden von dem Tabosco Firmenbesitzer McIlhenny mit seiner Frau angelegt und diente als Erholungsgebiet für seine Familie und Freunde.  Durch die vielen Bäche, Seen und Sümpfe, gibt es zwar jede Menge Moskitos, aber eben auch jede Menge riesiger, alter und wunderschöner Bäume und natürlich sehr viele Vögel. Ein Besuch hier ist auch für nicht Tabasco Fans absolut empfehlenswert.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach New Orleans. Allerdings stoppen wir im Jean Lafitte National Historical Park and Preserve und entscheiden uns für einen kurzen Trail entlang der Bayous, was so viel heißt wie „stehendes Gewässer“. Auch hier gibt es wieder unzählige Moskitos, aber dafür sehen wir auch Aligatoren, Schlangen und Schildkröten in freier Wildbahn, wir entscheiden uns nicht schwimmen zu gehen. 🙂

Am frühen Mittag erreichen wir die am Mississippi gelegene Hafenstadt New Orleans. Diese Stadt ist wohl die europäischste in ganz Amerika, zumindest von der Architektur. Kein Wunder, sie wurde schließlich im Jahr 1718 von den Franzosen gegründet und erst 1803 zusammen mit der Kolonie Louisiana von Napoleon an die Vereinigten Staaten verkauft. Die Stadt ist die Wiege des Jazz (Louis Armstrong wurde hier geboren) und wir entdecken auch an jeder Ecke und wirklich in jeder Kneipe Bands. Wir besichtigen das French Quarter mit seiner kolonialen Architektur und schlendern durch die bekannte Bourbon Street Richtung Mississippi, wo unzählige Dampfer den Fluss entlangschippern. New Orleans erscheint wie das ärmere aber deutlich sexiere Las Vegas, es gibt Musik und Bespassung an jeder Ecke mit dem Unterschied das die Einheimischen hier größtenteils mitmachen. Klar wie überall wo die Leute arm sind und es viele Touristen gibt muss man auch hier auf sein Zeug aufpassen und sich auf keine Wetten mit Einheimischen einlassen a la „I know where you got your shoes“. Die Antwort hier ist ganz einfach: „On your feet in New Orleans in the xyz street…“

Aber die Stadt ist wirklich schön, verrückt, aufregend, unbeschwert, definitv einen Besuch wert.

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